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In Hechingen entstehen Implantate zum Teil in Handarbeit. Auf feine Textilschläuche werden Drahtgeflechte aufgenäht, weil das bis heute keine Maschine präzise genug hinbekommt. Später schieben Chirurginnen und Chirurgen diese Stentprothesen minimalinvasiv in die Hauptschlagader von Patienten mit einem Aneurysma und verhindern damit lebensgefährliche Risse. Entwickelt und gefertigt werden sie seit dem Jahr 2000 von der JOTEC GmbH. JOTEC baut Stentgraft-Systeme und Gefäßprothesen für die Aorta und die peripheren Gefäße, dazu die Einführsysteme, mit denen Gefäßchirurgen und interventionelle Radiologen sie einsetzen. Kunden sind Kliniken und die Ärztinnen und Ärzte, die dort operieren. Seit 2017 gehört das Unternehmen zum amerikanischen Medizintechnikkonzern CryoLife, der sich 2022 in Artivion umbenannt hat und heute weltweit über 1.600 Menschen beschäftigt. Gefertigt wird im Konzern an drei Standorten, zwei davon in den USA, einer in Hechingen. Der schwäbische Standort ist damit die einzige Produktion in Europa, und er bündelt neben der Fertigung auch Entwicklung und Verwaltung. Wie ernst es der Konzern mit Hechingen meint, lässt sich an Beton und Technik ablesen. 2022 ging dort eine knapp 6.000 Quadratmeter große Erweiterung in Betrieb. Herzstück ist ein Reinraum der ISO-Klasse 8 mit 1.500 Quadratmetern Fläche, 22 Räumen und Schleusen, die für über 250 Beschäftigte ausgelegt sind. Bis zu 190 Näherinnen und Näher können hier im Schichtbetrieb arbeiten. Branchenberichte nannten zuletzt rund 500 Beschäftigte am Standort (Stand 2023); eine tagesaktuelle Zahl veröffentlicht das Unternehmen selbst nicht. Entsprechend breit ist, wer hier gesucht wird. Neben Produktionsmitarbeitenden für die Stentherstellung schreibt JOTEC regelmäßig Stellen in der Produktentwicklung und in der Qualitätssicherung aus. Ein eigener Bereich Regulatory Affairs kümmert sich darum, dass die Implantate ihre Zulassungen bekommen und behalten. Ausgebildet wird auch. Zum 1. September 2026 sucht das Unternehmen angehende Maschinen- und Anlagenführer, zuletzt standen außerdem Ausbildungsplätze zum Industriekaufmann und zur Fachkraft für Lagerlogistik im Stellenportal. Eins sollte man beim Bewerben wissen: Der Webauftritt läuft inzwischen unter dem Konzernnamen Artivion, das Stellenportal mit den offenen Positionen liegt weiterhin unter jotec.com. Rechtlich bleibt es die JOTEC GmbH mit Sitz in Hechingen. Und genäht wird dort nach wie vor von Hand.

In Frankfurt-Bornheim behandelt das AGAPLESION BETHANIEN KRANKENHAUS seit 1908 am selben Standort Patientinnen und Patienten. Rund 240 Betten hat das Haus heute, die Schwerpunkte liegen in der Kardiologie, der Diabetologie und der Onkologie. Gearbeitet wird nach dem Belegarztprinzip: Niedergelassene Fachärztinnen und Fachärzte betreuen ihre eigenen Patienten hier stationär weiter, viele Praxen sitzen direkt auf dem Gelände. Für Pflege, Funktionsdienste und Verwaltung bedeutet das ein ungewöhnlich breites Fachspektrum für ein Haus dieser Größe. Träger ist die gemeinnützige AGAPLESION FRANKFURTER DIAKONIE KLINIKEN gGmbH mit Sitz in Frankfurt am Main, die in der Stadt auch das AGAPLESION MARKUS KRANKENHAUS, ein Medizinisches Versorgungszentrum und ein Bildungszentrum für Pflegeberufe betreibt. Beide Kliniken gehören zum evangelischen Gesundheitskonzern AGAPLESION, der nach eigenen Angaben rund 22.000 Mitarbeitende beschäftigt, bundesweit mehr als 100 Einrichtungen führt und jährlich etwa eine Million Patientinnen und Patienten versorgt (agaplesion.de, abgerufen 08.08.2026). Ein überschaubares Haus mit kurzen Wegen, im Rücken ein Verbund mit 20 Krankenhausstandorten. Medizinisch reicht die Bandbreite von einer zertifizierten Chest-Pain-Unit in der Kardiologie bis zur Kopf-Hals-Klinik mit eigenem Tumorzentrum, dazu kommen unter anderem ein Darmzentrum und ein Diabeteszentrum. Gelehrt wird hier ebenfalls. Das Bethanien ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Evangelischen Hochschule Darmstadt und der Universität Pécs in Ungarn. Ausgebildet wird längst nicht nur in der Pflege: Auch Operations- und Anästhesietechnische Assistenz gehören dazu, ebenso die Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration. Hochschulabsolventinnen und -absolventen können über ein zwölfmonatiges Traineeprogramm ins Pflegemanagement einsteigen, Pflegekräfte aus Nicht-EU-Ländern werden über das konzerneigene Programm AGA_IQ auf die Anerkennung ihres Abschlusses vorbereitet. Das Zertifikat der Initiative berufundfamilie trägt das Haus seit 2010. Zum Angebot für Beschäftigte zählen subventionierte RMV-Monats- und Jahreskarten, JobRad-Leasing, kostenfreie Sportkurse und finanzielle Unterstützung bei der Pflege von Angehörigen. Eine eigene Beschäftigtenzahl für den Standort Bornheim veröffentlicht das Krankenhaus nicht. Der betriebseigene Kindergarten Rappelkiste hat 45 Plätze für Kinder von einem bis sechs Jahren und öffnet werktags um 5:45 Uhr.

Rund 5,5 Millionen Haushalte und Betriebe beziehen Strom oder Gas von der EnBW. Gut 31.500 Menschen sorgen dafür, dass das funktioniert: im Umspannwerk, auf der Offshore-Baustelle in der Nordsee, im Energiehandel in Karlsruhe. Der Konzern entstand 1997 aus dem Zusammenschluss von Badenwerk und Energie-Versorgung Schwaben und gehört heute zu den drei größten Energieunternehmen Deutschlands. Der Sitz ist bis heute Karlsruhe. Das Geschäft reicht von der Erzeugung über die Netze bis zum Kunden. Die Tochter Netze BW betreibt allein rund 98.000 Kilometer Stromnetz und versorgt darüber 2,37 Millionen Netzkundinnen und Netzkunden (Netze BW, Stand April 2026); dazu kommen Gas- und Wasserleitungen und das Stuttgarter Trinkwassernetz. In der Nordsee, etwa 90 Kilometer nordwestlich von Borkum, entsteht mit He Dreiht ein Offshore-Windpark mit 960 Megawatt und 64 Turbinen, der im Sommer 2026 vollständig ans Netz gehen soll. Und wer ein Elektroauto fährt, kennt die Marke oft von der Raststätte: Mit mehr als 9.000 Schnellladepunkten betreibt EnBW das größte Schnellladenetz Deutschlands, bis 2030 sollen es 20.000 werden. Auch Breitband gehört dazu, über die Telekommunikationstochter in Baden-Württemberg. Die Zahlen dahinter sind solide. 2025 lag der Außenumsatz bei 34,4 Milliarden Euro und das operative Ergebnis (Adjusted EBITDA) bei 5,1 Milliarden Euro; investiert wurden im selben Jahr 7,6 Milliarden Euro, rund 60 Prozent davon in Strom- und Gasnetze, darunter die Gleichstromtrasse SuedLink. Etwa zwei Drittel der Erzeugungskapazität stammen inzwischen aus erneuerbaren Energien, bis 2030 sollen es 75 bis 80 Prozent sein. Für Beschäftigte ist auch der Eigentümerkreis relevant: Das Land Baden-Württemberg und der Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke halten je rund 47 Prozent der Aktien (Stand 30.06.2026). Das ist eine ungewöhnlich langfristig orientierte Basis für Projekte, die über Jahrzehnte laufen. Über Deutschland hinaus arbeitet EnBW unter anderem in Dänemark, Frankreich und Schweden. Entsprechend breit sind die Berufsbilder. Elektronikerinnen und Anlagenmechaniker halten Netze und Kraftwerke in Betrieb, Ingenieurteams planen Leitungen und Windparks, im Energiehandel und in der IT arbeiten Menschen an Prognosen und Systemen für einen Markt, der sich im Viertelstundentakt verändert. Der Nachwuchs kommt zu einem großen Teil aus dem eigenen Haus: 268 junge Menschen starteten 2024 bei EnBW und Netze BW in eine Ausbildung oder ein duales Studium, ausgebildet wird unter anderem in Biberach, Heilbronn und Stuttgart, der häufigste Ausbildungsberuf ist Elektroniker*in für Betriebstechnik. Duale Studierende wechseln im Dreimonatsrhythmus zwischen DHBW und Betrieb. Zu den Arbeitgeberleistungen zählen ein Mobilitätsangebot mit Nahverkehrsticket, Ladetarif und Dienstrad sowie Modelle für flexible Arbeitszeiten; einzelne Weiterbildungsprogramme benennt die Karriereseite allerdings nicht im Detail. Wer wissen will, wie sich das anfühlt, findet dort Berichte aus dem Einkauf, dem Recruiting und vom Bau des Offshore-Windparks.

Die Niels-Stensen-Kliniken sind mit mehr als 1.500 Betten und fast 6000 Mitarbeitenden der größte Krankenhausträger in Stadt und Landkreis Osnabrück sowie dem Emsland. Zu unserem Verbund zählen sechs somatischen Krankenhäusern (davon zwei Akademische Lehrkrankenhäuser), zwei Fachkliniken für Psychiatrie, Psychosomatik und Innere Medizin sowie einer Fachklinik für psychische und psychosomatische Erkrankungen, zwei Pflegeeinrichtungen, einer Fachpflegeeinrichtung, einem Hospiz, einer Bildungseinrichtung für Berufe im Gesundheitswesen sowie zwei Dienstleistungsgesellschaften im Raum Osnabrück und dem Emsland.

3.581 Menschen aus 90 Nationen arbeiten am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg (Stand: Juni 2026). Rund 1.500 von ihnen forschen, gut 500 davon als Doktorandinnen und Doktoranden. Der größere Teil der Belegschaft arbeitet außerhalb der Labore, in Verwaltung, Technik und Infrastruktur. Das DKFZ ist die größte biomedizinische Forschungseinrichtung Deutschlands. Gegründet wurde das Zentrum 1964. Es ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg, und gehört zu den 18 Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft. Das Gesamtbudget liegt bei 515 Millionen Euro (Stand: Juni 2026). Geforscht wird an vier Fragen: Wie entsteht Krebs, wie erkennt man ihn früh, wie behandelt man ihn wirksam, wie verhindert man ihn. In mehr als 100 Abteilungen und Forschungsgruppen geht es dabei um sehr Unterschiedliches. Die einen untersuchen, wie Immunzellen Tumoren erkennen, die anderen entwickeln Bildgebung und Bestrahlungstechnik weiter. 21 Core Facilities stellen Großgeräte und Spezialmethoden bereit, die einzelne Arbeitsgruppen allein nicht betreiben könnten. Dass diese Arbeit ankommt, lässt sich belegen. Harald zur Hausen wies am DKFZ nach, dass humane Papillomviren Gebärmutterhalskrebs auslösen; 2008 erhielt er dafür den Nobelpreis für Medizin, und aus dieser Forschung ging die HPV-Impfung hervor. Aus dem Zentrum sind bislang 18 Ausgründungsprojekte entstanden, gehalten werden 275 Patentfamilien. Direkt bei Patientinnen und Patienten landet der Krebsinformationsdienst: kostenlos, täglich von 8 bis 20 Uhr, unter 0800 420 30 40. Hauptsitz ist das Neuenheimer Feld in Heidelberg, Tür an Tür mit Universität und Universitätsklinikum. Seit 2019 gibt es einen zweiten eigenen Standort in Dresden, wo an Sensorik und künstlicher Intelligenz für die Tumordiagnostik gearbeitet wird. Dazu kommen das DKFZ Hector Cancer Institute an der Universitätsmedizin Mannheim und das Helmholtz-Institut HI-TRON in Mainz. Über das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen und das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung ist das DKFZ an sechs beziehungsweise acht weiteren Standorten mit Universitätskliniken verbunden. Wie sich die Belegschaft auf diese Orte verteilt, weist das Zentrum öffentlich nicht aus. Bezahlt wird nach dem Tarifvertrag der Länder. Dazu kommen 30 Urlaubstage, freie Tage an Heiligabend und Silvester sowie die Betriebsrente über die VBL. Bis zu 40 Prozent der Arbeitszeit lassen sich mobil erbringen, das Deutschland-Jobticket wird an allen Standorten bezuschusst. Das Zentrum trägt das Zertifikat des audit berufundfamilie und bietet den eigenen Beschäftigten ein Krebsvorsorge- und Früherkennungsprogramm an. Für die fachliche Entwicklung gibt es die Cancer Research Academy mit Master-, Promotions- und Postdoc-Programmen, ein Clinician-Scientist-Programm für Ärztinnen und Ärzte und mit "Light up your Journey" ein Trainee-Programm für Hochschulabsolventen in der Verwaltung. Internationale Beschäftigte und ihre Familien betreut eine eigene Abteilung, die International Staff Services. Nachwuchs bildet das DKFZ selbst aus. 74 Auszubildende lernen hier (Stand: Juni 2026), in fünf Ausbildungsberufen und fünf dualen Studiengängen, etwa als Biologielaborantin, Tierpfleger oder Fachinformatikerin für Systemintegration. Ausbildungsstart ist jedes Jahr der 1. September.

2.058 Kinder sind hier 2024 zur Welt gekommen. Das St. Elisabeth-Krankenhaus in Leipzig-Connewitz versorgt in zwölf Fachabteilungen und mit 374 Betten jährlich rund 19.800 Menschen stationär. Knapp 1.500 Beschäftigte halten diesen Betrieb am Laufen, womit das Haus nach eigenen Angaben zu den größten Arbeitgebern der Stadt zählt. Eingeweiht wurde das Krankenhaus am 15. November 1931, benannt nach Elisabeth von Thüringen zu deren 700. Todestag. Träger ist bis heute das katholische Kirchenlehen St. Trinitatis zu Leipzig, geführt wird der Betrieb als gemeinnützige GmbH mit Sitz in der Biedermannstraße im Leipziger Süden. Als Haus der Grund- und Regelversorgung deckt es eine große medizinische Breite ab. In der Geburtshilfe begleiten Hebammen und Ärztinnen gut zweitausend Geburten im Jahr, in der Endoprothetik werden Hüft- und Kniegelenke ersetzt, und auf der Palliativstation stehen zehn Betten für Menschen am Ende ihres Lebens bereit. 13.043 Operationen zählte das Krankenhaus 2024, ambulante eingerechnet. Mehrere Bereiche sind extern zertifiziert, darunter das Brustzentrum und das EndoProthetikZentrum. Ausbildung hat hier einen festen Platz. Seit 1976 betreibt das Haus eine eigene Pflegeschule, derzeit mit rund 180 Auszubildenden, und seit 1992 ist es Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Leipzig. Medizinstudierende absolvieren Famulaturen und das Praktische Jahr auf den Stationen, Assistenzärztinnen und -ärzte durchlaufen Facharztweiterbildungen, Pflegekräfte werden bei einem Pflegestudium oder einer Fachweiterbildung unterstützt. Wer nicht am Patientenbett arbeitet, findet Aufgaben im Medizinischen Versorgungszentrum mit Praxen in mehreren Leipziger Stadtteilen oder im ambulanten Rehazentrum, das ebenfalls zum Verbund gehört. Für den Alltag zwischen Schichtdienst und Familie bietet das Krankenhaus eine betriebsnahe Kindertageseinrichtung, lebensphasenorientierte Arbeitszeitmodelle, Dienstradleasing und Unterstützung beim Aufbau einer Altersvorsorge. In der Studie "Deutschlands beste Arbeitgeber 2022" von Stern und Statista belegte das Haus in der Kategorie Gesundheit und Soziale Dienste Platz eins von 55 bewerteten Krankenhäusern. Zur Vergütung und zum angewandten Tarifwerk macht das Krankenhaus online keine Angaben. Der Qualitätsbericht weist rund 164 Ärztinnen und Ärzte, 484 Pflegekräfte und gut 100 Beschäftigte in therapeutischen Berufen aus.

Angefangen hat alles 1881 mit fünfzehn Betten in Bockenheim. Heute stehen an der Wilhelm-Epstein-Straße rund 680, verteilt auf zwölf Fachbereiche, und das Haus versorgt als evangelisches Krankenhaus der Schwerpunktversorgung den Frankfurter Nordwesten. Rund 200 ärztliche und über 550 pflegerische Vollkräfte weist der strukturierte Qualitätsbericht aus. Getragen wird das Krankenhaus von AGAPLESION, einem diakonischen Gesundheitskonzern mit bundesweit mehr als 22.000 Beschäftigten. Was hier gemacht wird, lässt sich an zwei Beispielen zeigen. In der Onkologie bündeln zertifizierte Zentren für Brustkrebs, Darmkrebs und Lungenkrebs mehrere Fachrichtungen, die gemeinsam über die Therapie entscheiden. In der Chirurgie arbeiten Teams mit Operationsrobotern. Dazu kommen Bereiche, die weit über die reine Akutmedizin hinausreichen: eine eigene Klinik für Palliativmedizin, eine Medizinisch-Geriatrische Klinik und eine Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger ist vor allem der Ausbildungsauftrag interessant. Das Markus-Krankenhaus ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Goethe-Universität Frankfurt und stellt bis zu 36 Plätze für das Praktische Jahr. Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner bildet das Haus in Voll- und Teilzeit aus, ebenso Operations- und Anästhesietechnische Assistenten. Wer nicht ans Krankenbett will, findet trotzdem einen Ausbildungsplatz. Ausgebildet wird auch zum Fachinformatiker für Systemintegration und zum Kaufmann im Gesundheitswesen. Weiter geht es danach in den Fachweiterbildungen, etwa für Anästhesie- und Intensivpflege oder für den Operationsdienst. Hochschulabsolventen können in ein zwölfmonatiges Traineeprogramm im Pflegemanagement einsteigen. Bezahlt wird nach den Arbeitsvertragsrichtlinien AVR.HN, dazu kommen betriebliche Altersversorgung, JobRad und ein Zuschuss zum Nahverkehrsticket. Einen eigenen Betriebskindergarten und eine Ferienbetreuung für Schulkinder gibt es ebenfalls. Wie viele Menschen insgesamt am Standort beschäftigt sind, veröffentlicht das Haus allerdings nicht; die Zahlen aus dem Qualitätsbericht erfassen nur die unmittelbare Patientenversorgung. Gemeinsam mit dem Bethanien-Krankenhaus bildet das Markus-Krankenhaus die AGAPLESION FRANKFURTER DIAKONIE KLINIKEN, eine gemeinnützige GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main. Der Mutterkonzern AGAPLESION wurde 2002 in Frankfurt gegründet, gehört ausschließlich diakonischen Werken und Kirchen und betreibt bundesweit über 100 Einrichtungen, darunter 20 Krankenhausstandorte mit 6.049 Betten. Nach eigenen Angaben versorgt die Gruppe rund eine Million Patientinnen und Patienten im Jahr. Die Adresse des Markus-Krankenhauses ist seit 1958 dieselbe: Wilhelm-Epstein-Straße 4, oben auf der Ginnheimer Höhe.

In Zittau ist das Linksherzkatheterlabor rund um die Uhr besetzt. Wer im südlichen Landkreis Görlitz einen Herzinfarkt erleidet, wird dort versorgt, ohne den weiten Weg nach Dresden. Das Klinikum Oberlausitzer Bergland betreibt zwei Krankenhäuser, eines an der Görlitzer Straße in Zittau und eines an der Röntgenstraße in Ebersbach-Neugersdorf. Zusammen halten sie rund 370 Betten für eine Region vor, die sonst weite Wege hätte. Gesellschafter ist die Managementgesellschaft Gesundheitszentrum des Landkreises Görlitz mbH. Zu diesem Verbund gehören acht Unternehmen: zwei Krankenhäuser, zwei Medizinische Versorgungszentren in Zittau und Weißwasser, zwei Servicegesellschaften, eine Krankenpflegeschule und die Verwaltung. Das macht die Gruppe zu einem der größten Arbeitgeber im südlichen Oberlausitzer Raum. Das Klinikum selbst ist eine gemeinnützige GmbH mit Sitz in Zittau; die Geschäfte führt Steffen Thiele. Zittau ist der größere der beiden Standorte. Neun Fachabteilungen arbeiten hier, rund 237 Betten, gut 9.000 stationäre und etwa 19.000 ambulante Fälle im Jahr (Deutsches Krankenhaus Verzeichnis, abgerufen 08.08.2026). Den größten Anteil trägt die Innere Medizin, dahinter folgen Unfallchirurgie und Allgemeinchirurgie. Ebersbach-Neugersdorf ist kleiner zugeschnitten: 136 Betten, fünf Abteilungen, gut 5.100 stationäre Fälle. Zwei Bereiche prägen das Haus besonders. Das Brustzentrum OstSachsen ist seit über zwanzig Jahren zertifiziert, und im Mutter-Kind-Zentrum werden auch Frühgeborene betreut. In der Orthopädie und Unfallchirurgie werden komplexe Eingriffe an der Hand vorgenommen. Allein in Zittau arbeiten laut Qualitätsbericht rund 63 Ärztinnen und Ärzte, 213 Pflegekräfte und knapp 50 Beschäftigte in therapeutischen Berufen. Eine Gesamtzahl für beide Häuser veröffentlicht das Klinikum nicht. Wer hier anfängt, trifft auf ein Haus, das viel in Ausbildung investiert. Seit 2022 ist das Klinikum Akademische Lehreinrichtung für Pflege der Hochschule Zittau/Görlitz, wo sich der Bachelor of Science mit der Berufszulassung als Pflegefachkraft verbinden lässt. Für Medizinstudierende ist es Akademisches Lehrkrankenhaus der TU Dresden mit Famulaturen in allen klinischen Abteilungen und Plätzen im Praktischen Jahr. Seit Oktober 2025 kommt ein akademisches Hebammenstudium gemeinsam mit der BTU Cottbus-Senftenberg dazu. Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung finden ein breites Angebot an Ermächtigungen vor, von fünf bis sechs Jahren Innere Medizin mit Schwerpunkten wie Kardiologie und Gastroenterologie über dreieinhalb Jahre Anästhesiologie bis zu vier Jahren Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Für die Allgemeinmedizin besteht ein Weiterbildungsverbund, der Klinik- und Praxisabschnitte kombiniert. Ausgebildet wird außerdem in der Pflege, in der Krankenpflegehilfe, in der medizinisch-technischen Labor- und Radiologieassistenz sowie zur Operations- und Anästhesietechnischen Assistenz. Der Arbeitgeber selbst nennt als Leistungen unter anderem interne und externe Fortbildungen mit Kostenbeteiligung und bezahlter Freistellung. Bewerbungen laufen ganzjährig über die Personalabteilung an der Görlitzer Straße 8 in Zittau.

