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Rund 782 Kilometer Wasserläufe, etwa 1.533 Kilometer Abwasserkanäle, über 500 Pumpwerke und knapp 60 Kläranlagen: Diese Infrastruktur halten Emschergenossenschaft und Lippeverband im Ruhrgebiet in Betrieb. Beide Verbände arbeiten seit jeher in einer gemeinsamen Verwaltungseinheit mit Zentrale in Essen und sind zusammen Deutschlands größter Abwasserentsorger und Betreiber von Kläranlagen. Rund 2.000 Menschen sind hier beschäftigt (eglv.de, Stand Januar 2026).
Die Aufgaben verteilen sich auf zwei Körperschaften des öffentlichen Rechts, die dieselbe Verwaltung teilen. Die Emschergenossenschaft wurde am 14. Dezember 1899 in Bochum gegründet und war damit die erste Wassergenossenschaft Deutschlands. Ihr Gebiet umfasst 865 Quadratkilometer zwischen Holzwickede bei Dortmund und der Emschermündung bei Dinslaken und Voerde, in dem rund 2,3 Millionen Menschen leben; dort betreibt sie fünf Kläranlagen und 211 Pumpwerke. Der Lippeverband kam 1926 dazu. Sein Gebiet ist mit 3.280 Quadratkilometern deutlich größer, er unterhält dort 54 Kläranlagen, 338 Pumpwerke und 34 Hochwasserrückhaltebecken für etwa 1,4 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Getragen und finanziert werden beide von ihren Mitgliedern, also von Städten, Kreisen, Industriebetrieben und dem Bergbau. Beim Lippeverband sind das 172 Mitglieder, darunter 46 Kommunen.
Wie groß die Projekte hier ausfallen können, zeigt der Emscher-Umbau. Zwischen 1992 und 2021 hat die Emschergenossenschaft das offene Abwassersystem der Region unter die Erde verlegt. Über 430 Kilometer unterirdische Abwasserkanäle entstanden, dazu vier neue Großkläranlagen und drei Schmutzwasser-Pumpwerke. Investiert wurden knapp 5,5 Milliarden Euro. Mehr als 170 Kilometer einst offener Schmutzwasserläufe sind renaturiert, entlang der Flüsse verlaufen heute rund 130 Kilometer neue Radwege. Die Emscher führt seit Ende 2021 kein Abwasser mehr. An der Lippe geht diese Arbeit weiter, etwa mit der naturnahen Umgestaltung des Zuflusses Seseke.
Gearbeitet wird nicht nur in der Essener Zentrale an der Kronprinzenstraße, sondern auf Kläranlagen, an Pumpwerken, Deichen und Baustellen im gesamten Emscher- und Lippegebiet. Ausgebildet wird in zwölf Berufen. Wasserbauerinnen und Wasserbauer halten Gewässer und Deiche instand, Umwelttechnolog*innen für Abwasserbewirtschaftung steuern die Prozesse auf den Kläranlagen, und in der Verwaltung lernen Industriekaufleute und Geomatiker*innen. Seit 2021 kommen vier duale Studiengänge hinzu, darunter Bauingenieurwesen mit der Vertiefung Wasser, Umwelt und Energie sowie angewandte Informatik. Berufserfahrene steigen häufig in der Elektro- und Maschinentechnik ein.
Als Körperschaften des öffentlichen Rechts bieten die Verbände die Rahmenbedingungen des öffentlichen Dienstes; konkrete Angaben zur Vergütung veröffentlicht die Karriereseite nicht. Sie nennt dafür flexible Arbeitszeiten, ein mehrfach ausgezeichnetes Gesundheitsmanagement und die Mitgliedschaft im Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“. Studierende werden über das Deutschlandstipendium gefördert. Im Dezember 2024 ist die Emschergenossenschaft 125 Jahre alt geworden.
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