Chausseestraße 46
17438 Wolgast
Deutschland

An Spitzentagen im Sommer kommen bis zu 100 Menschen in die Notaufnahme in Wolgast, viele davon Urlauberinnen und Urlauber von Usedom. Das Kreiskrankenhaus Wolgast trägt die Notfallversorgung dieser Region fast allein, denn es ist das einzige Akutkrankenhaus weit und breit. 155 Betten, fünf Fachabteilungen, Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Greifswald. Wer hier anfängt, merkt schnell, wie viel für Ostvorpommern an diesem Haus hängt.
Den Kern bilden Innere Medizin und Chirurgie mit Unfall-, Orthopädie- und Viszeralchirurgie. Dazu kommen Anästhesie und Intensivmedizin, eine HNO-Abteilung und ein altersmedizinisches Zentrum, das auch eine geriatrische Tagesklinik betreibt. Rund 6.200 Patientinnen und Patienten werden pro Jahr vollstationär aufgenommen, gut 9.000 weitere ambulant behandelt (Deutsches Krankenhaus Verzeichnis, Qualitätsbericht, abgerufen 08.08.2026). Die Pflege ist mit über 120 Vollkräften die größte Berufsgruppe, im ärztlichen Dienst sind es rund 44. Eine Gesamtzahl der Beschäftigten veröffentlicht das Haus nicht.
Gesellschafter sind der Landkreis Vorpommern-Greifswald und die Universitätsmedizin Greifswald, die das Krankenhaus als Tochtergesellschaft führt. Für Medizinerinnen und Mediziner bedeutet diese Anbindung kurze Wege in die Universitätsmedizin: Studierende absolvieren in Wolgast ihr Praktisches Jahr, Fortbildungen sind bei der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern anerkannt, und im April 2025 wurde ein Chefarzt des Hauses zum Honorarprofessor ernannt. Ein Geriater aus Wolgast erhielt 2024 eine Auszeichnung für seine Bluthochdruckforschung.
Ausgebildet wird im eigenen Haus. Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner lernen hier ebenso wie Operationstechnische Assistentinnen und Assistenten, betreut von eigenen Praxisanleitungen. Wer erst hineinschnuppern möchte, kann ein Freiwilliges Soziales Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst machen oder ein Praktikum in der Pflege oder der Therapie.
Investiert wird gerade sichtbar. Die Zentrale Notaufnahme wird für insgesamt 10,65 Millionen Euro erweitert und modernisiert; das Land Mecklenburg-Vorpommern sagte im Dezember 2024 dafür weitere 2,65 Millionen Euro zu. Seit Dezember 2025 laufen Gründung und Rohbau. Am Ende sollen 15 Behandlungsplätze, ein moderner Schockraum und ein Überwachungsbereich mit vier Betten entstehen, gebaut in Abschnitten, damit der Betrieb weiterläuft.
Das Haus steht in Wolgast am Peenestrom, hinter der Brücke beginnt Usedom. Neben der stationären Versorgung gehören Notarztdienst, Physiotherapie, eine Radiologie mit CT und eine internistische Praxis mit Schwerpunkt Diabetologie dazu; seit Oktober 2025 gibt es am Standort auch ein Plasmaspendezentrum. Geheizt wird über ein Biomasseheizwerk, auf den Dächern liegen 468 Quadratmeter Solarfläche. Zuletzt ausgeschrieben waren unbefristete Stellen in der Physiotherapie sowie in der Pflege, auf Station, im Springerpool und als Dauernachtwache, jeweils in Teil- oder Vollzeit.
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