Hirschlandstraße 97
73730 Esslingen am Neckar
Deutschland

Sechs Beatmungsplätze für Neugeborene stehen im Perinatalzentrum bereit, rund um die Uhr besetzt, dazu acht Intensivüberwachungsplätze. Damit gehört das Klinikum Esslingen zu den Zentren der höchsten Versorgungsstufe für Frühgeborene. Eigentümerin ist die Stadt Esslingen am Neckar, und die Anfänge des Hauses reichen bis ins Jahr 1862 zurück. Über 2.000 Menschen arbeiten heute hier.
Esslingen liegt am Neckar, keine zwanzig Autominuten von Stuttgart entfernt, und das Klinikum versorgt die Stadt und das Umland in nahezu allen medizinischen Fachgebieten. 2023 kamen über 23.000 Patientinnen und Patienten stationär ins Haus, dazu zählte das Klinikum mehr als 123.000 ambulante Kontakte; der Umsatz lag bei 194 Millionen Euro. Wer hier anfängt, bekommt viel zu sehen. Neben den Erwachsenenkliniken gibt es eine eigene Kinderklinik mit interdisziplinärer Intensivstation, außerdem eine Klinikapotheke, ein Zentrallabor und ein Medizinisches Versorgungszentrum. Eine aktuelle Bettenzahl nennt das Klinikum auf seiner Website nicht.
Die Krebsmedizin bündelt das Cancer Center Esslingen. Chirurgie, Onkologie und Radiologie sprechen jeden Fall gemeinsam im Tumorboard durch, bevor eine Therapie beginnt; für Brust- und Darmkrebs bestehen eigene zertifizierte Zentren. Kurze Wege sind an einem Standort dieser Größe der Normalfall. Die Neurologie sitzt im Nachbargebäude, nicht in der nächsten Stadt. Über den eigenen Campus hinaus gehört das Klinikum seit 2024 zum neu gegründeten Thoraxzentrum Südwest, einem Verbund mehrerer Klinikträger aus drei Landkreisen.
Ausgebildet wird hier seit Langem. Die Schule für Pflegeberufe besteht seit rund 80 Jahren und hält 120 Ausbildungsplätze bereit; wer möchte, vertieft schon während der Ausbildung die Pflege von Kindern und Jugendlichen. Parallel lernen im Haus angehende Operationstechnische Assistentinnen und Assistenten sowie Kaufleute im Gesundheitswesen. Als akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Tübingen nimmt das Klinikum zudem Studierende im Praktischen Jahr auf, und für den Einstieg nach der Schule gibt es Plätze im Freiwilligen Sozialen Jahr und im Bundesfreiwilligendienst.
Bezahlt wird nach TVöD, Auszubildende nach TVAöD, dazu kommt die Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes. Über 800 verschiedene Arbeitszeitmodelle führt das Klinikum nach eigenen Angaben, vom Vollzeitdienst bis zur geringfügigen Beschäftigung. Das Zertifikat "audit berufundfamilie" trägt das Haus seit 2009. Belegplätze im Kindergarten und eine Ferienbetreuung gehören dazu, für Neuzugezogene möblierte Zimmer in der Esslinger Altstadt und ein Personalwohnheim direkt auf dem Klinikgelände.
Das Gelände verändert sich gerade sichtbar. Haus 2, ein zentrales Gebäude auf dem Campus, wird abgerissen und ersetzt; in den Neubau ziehen die Zentrale Notaufnahme, eine große Intensivstation, der OP-Bereich und zwei Pflegestationen. Der Gemeinderat gab dafür 2024 knapp 200 Millionen Euro frei, das Land Baden-Württemberg beteiligt sich nach Angaben der Stadt mit rund 98 Millionen Euro. Es ist das größte Einzelbauprojekt in der Geschichte des Hauses. Der Klinikbetrieb läuft währenddessen weiter, in Betrieb gehen soll der Neubau 2029.
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