Gartenstraße 4–8
40822 Mettmann
Deutschland

Knapp 900 Menschen arbeiten heute im Evangelischen Krankenhaus Mettmann. Angefangen hat alles 1874, in einem Pflegehaus mit zwölf Betten für Erwachsene und zwei für Kinder. Inzwischen kommen rund 30.000 Patientinnen und Patienten im Jahr, stationär und ambulant, und das EVK zählt zu den größten Arbeitgebern im Kreis Mettmann.
Zwölf Kliniken sitzen auf dem Gelände an der Gartenstraße. Wer nachts mit Brustschmerz in die Notaufnahme kommt, landet in einer Chest Pain Unit, die die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie 2023 zertifiziert hat. Nebenan liegen Intensivstation und Stroke Unit. Geburtshilfe, Geriatrie und Gefäßchirurgie arbeiten unter demselben Dach, und für Darmerkrankungen, Gefäßmedizin und minimalinvasive Chirurgie hat das Haus eigene Kompetenzzentren aufgebaut.
Das EVK nennt sich Gesundheitscampus, und das ist wörtlich gemeint. Auf dem Areal praktizieren niedergelassene Ärztinnen und Ärzte von der Radiologie bis zur Augenheilkunde, dazu kommen Apotheke, Sanitätshaus und eine Brasserie. Die Kurzzeitpflege hat 16 Plätze, es gibt eine Palliativstation und eine Elternschule. Seit Oktober 2024 betreibt der Landschaftsverband Rheinland hier zusätzlich eine psychiatrische Tagesklinik mit 30 Behandlungsplätzen. Pflegekräfte treffen im Aufzug auf Radiologen, Palliativmediziner und Physiotherapeutinnen; das ist der praktische Effekt dieser Bauweise.
Das EVK bildet selbst aus. Die Evangelische Pflegeakademie Bergisch Land gehört dem Krankenhaus, hat 150 Ausbildungsplätze und startet zweimal jährlich, am 1. April und am 1. Oktober, mit Kursen von höchstens 28 Personen. Ab 2027 kommt die Pflegefachassistenz dazu. Wie viele Auszubildende derzeit im Haus sind, veröffentlicht das EVK allerdings nicht. Für Medizinerinnen und Mediziner ist das Krankenhaus akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Duisburg-Essen: Das Praktische Jahr lässt sich in fünf Abteilungen absolvieren, und für die Facharztweiterbildung bestehen Ermächtigungen, in der Anästhesiologie über volle 36 Monate. Assistenzärztinnen und -ärzte arbeiten nach Angaben des Hauses früh selbstständig, auf Station, im OP und in der Ambulanz.
Über 400 der Beschäftigten arbeiten in der Pflege. Der Rest verteilt sich auf Verwaltung, IT, Technik, Küche und die eigene Wäscherei, also auf Berufe, die mit einem Krankenhaus meist nicht als Erstes verbunden werden. Vergütet wird nach dem kirchlichen Tarif BAT-KF, dazu kommt eine betriebliche Altersvorsorge. Wer seine Dienste flexibler legen will, kann in den Flexpool wechseln; das hauseigene Therapie- und Fitnesszentrum steht Mitarbeitenden vergünstigt offen. Rechtlich ist das EVK eine GmbH mit Sitz in Mettmann, seit 2019 Mitglied im bundesweiten Klinikverbund Clinotel. Geführt wird es von Jessica Llerandi Pulido, Gesundheitsökonomin, seit 2020 Geschäftsführerin und seit 14 Jahren im Unternehmen. Pflegedirektorin Dorothea Sandhäger ist noch länger da, rund drei Jahrzehnte.
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